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Geschrieben von: Günther Löbel   
Übersicht

Allgemeines

Einflussfaktoren

Frequenz und Tageszeit

Die einzelnen Bänder

Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen



Allgemeines

Die beste Ausrüstung nützt nichts, wenn man die Grundregeln der Ausbreitung auf Kurzwelle nicht kennt und beachtet. Je geringer der betriebene Antennenaufwand, um so wichtiger ist natürlich auch das Wissen um die Ausbreitungsbedingungen auf den verschiedenen Kurzwellenbändern. Viele mögliche Verbindungen werden oft aus Unwissenheit nicht getätigt.

Schlimm auch, wenn eine im DX-Cluster gespottete Station zu hören versucht wird, obwohl der Spot zu unserer Mittagszeit auf 80 Meter von einer Station aus USA gespottet wird...

Es sollen an dieser Stelle aber keine extremen Formen von Ausbreitungsbedingungen, sondern nur die - leicht zu merkenden - Grundkenntnisse angesprochen werden. Ebenso ist die physikalische Begründung hier nicht Gegenstand, es soll ja nur erklärt werden wann wohin gefunkt werden kann (an wichtigen Stellen gibt es Links).

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Was sind die wichtigsten Einflussfaktoren ?

  • Verwendetes Band
  • Tageszeit (und damit die Jahreszeit)
  • Sonnenfleckentätigkeit
  • Kurzfristig schwankenden Einflüsse ('Funkwetter')

Beachtet man die einfachen Zusammenhänge der obigen Faktoren ist man eigentlich für 99% aller Fälle schon gut gerüstet. Unabhängig davon, ob man zufällig an der Station sitzt und wissen möchte wohin 'es' gerade gehen könnte (bzw. wohin definitiv nicht) oder ob man die bestmögliche Uhrzeit und Frequenz für einen Sked nach XY sucht, dieses Wissen ist notwendig. Dies trotz oder auch gerade aufgrund der Verbreitung von DX-Clustern (viele Spots sind schlichtweg falsch oder eben aus irgendeinem Teil der Welt).

Für alle nachfolgenden Tipps gilt:

  • es gibt keine eindeutige Definition, Zeit und QRG wird also immer variieren - die Grenzen sind also fließend
  • es wird immer Ausnahmen von der Regel geben (z.B. auch im Sonnenfleckenminimum kann es Super-Tage geben)

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Zusammenhang Frequenz - Tageszeit

Man könnte es sehr vereinfacht ausdrücken: DX auf den niedrigen Frequenzen nur bei Dunkelheit, auf den hohen Bändern auch oder nur tagsüber.

Genau diese vereinfachte Regel ist aber in der Praxis sehr verwaschen. Schuld daran sind die Jahreszeiten und das unterschiedliche Verhalten der einzelnen Bänder auf die tageszeitlichen Einflüsse. So sind unsere Kurzwellenbänder zwar oft nur wenige Megahertz auseinander, der Unterschied aber oft gewaltig.

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Die einzelnen Bänder

Nachfolgend eine Kurzbeschreibung des Ausbreitungsverhaltens der einzelnen Kurzwellenbänder:

160 M

Aufgrund der tagsüber herrschenden Dämpfung ist hier nur mit einer Reichweite bis zur Bodenwelle zu rechnen (gering). Dieses Band ist definitiv ein Nachtband! In der Nacht erwacht dieses Band zum Leben (speziell im Winter). Tote Zone gibt es praktisch keine, die Anzahl von DX-QSO's ist aber hier stark von der verwendeten Antenne abhängig. Mit sehr verkürzten Antennen wird sich maximal USA oder UA9 machen lassen, das ist aber schon das höchste, was man sich erwarten kann. Der Antennenaufwand den die Spezialisten hier treiben ist enorm. Bevorzugte Betriebsart für DX ist definitiv CW !

Das Rundfunk-Mittelwellen-Band ist hier dem Verhalten des 160M Bandes sehr ähnlich (hier hat ja sicher mancher schon gelauscht).

80M

Die Tagesreichweiten sind hier höher als auf 160M, daher z.B. für QSO's von OE zu OE oft bevorzugt. Wenn die tote Zone auf 40M zu ausgeprägt ist - auf 80M geht es dann garantiert innerhalb Österreichs (besonders im ALL-OE Contest immer gut zu beobachten)! Wie auch auf 160 so gilt für 80M: ab Einbruch der Dunkelheit geht es richtig los. Auf diesem Band sind durchaus DX-QSO's mit kurzen Antennen möglich!

Am einfachsten wiederum geht es vor Sonnenaufgang, hier sollten die starken W's immer zu machen sein. Nach UA9 sollte es ebenfalls am Abend ohne Probleme gehen. Legt man sich auf die Lauer und passt die starken ZL's und VK's zur Greyline ab, so gehen diese in der Regel ebenfalls (meistens sind sie aber nur in SSB QRV).

40 M

Dieses Band ist als reines Nahverkehrsband nicht mehr geeignet, da sich die tote Zone tagsüber durchaus bis zu 1000km ausdehnen kann. Dafür ist es das Band für Europa-QSO's tagsüber (in SSB momentan noch etwas überfüllt, das sollte sich aber demnächst aufgrund der Frequenzerweiterung ändern). DX-Verkehr ist hier prinzipiell auch nur Nachts möglich, die Zeit in denen es nach Sonnenauf- und vor Sonnenuntergang ebenfalls sehr weit geht ist aber bedeutend länger als auf 80 oder gar 160M (im Winter kann es fast den ganzen Tag über weltweit gehen - man funkt ja aufgrund es kurzen Tages sozusagen immer mit dem ersten Skip schon in die Dunkelheit hinein).

Ansonsten ist das 40M-Band (speziell auch für CW-isten) ein geniales DX-Band! Eine Lambda/4 Antenne und 100 Watt sind hier durchaus für 280 DXCC's gut, wie manche OE2'er schon bewiesen haben.

30 M

Dieses Band ist sowohl ein Tages- als auch ein Nachtband. Es liegt also (wie zu erwarten ist) zwischen den Eigenschaften des 20 und des 40M-Bandes. Meine Erfahrung zeigt aber, dass es vor und nach der Dunkelheit besser geht. Ebenfalls subjektiv ist der Eindruck, dass dieses Band relativ leise Signale liefert, dies dafür aber zuverlässig weltweit. 30M ist ein weiteres geniales Band für DX mit kleinen Antennen. Man bedenke, dass die verkürzten 7,5M hohen Vertikals schon Vierterlwellenstrahler sind und dementsprechend DX-geeignet sind.

20 M

Dies ist das Band auf dem DX geht, wenn dies praktisch auf den anderen Bändern kaum möglich scheint (im Sonnenfleckenminimum geht dieses Band aber in Nacht ebenfalls zu). Auch heute noch ist es das bevorzugte Band für QRP-Freaks: irgendwohin geht es praktisch immer. Besonders gut geht es, wenn der Ausbreitungsweg über die Nachtseite unserer Erdkugel führt. Ein Beispiel dafür sind die lauten Japaner morgens mit Antennenrichtung Südamerika. Ebenfalls frühmorgens erreichen die Signale aus dem Pazifik erstaunliche Stärken, hier ist man auch mit Kleinststationen dabei! (Verwendet man eine Vertikalantenne kann einem natürlich egal sein, woher die Signale kommen, man sollte es nur wissen um sich gegebenenfalls an einer Station mit Richtantenne richtig orientieren zu können).

Dieses Band ist also sicher dasjenige, auf dem sich am bequemsten der Länderstand in die Höhe schrauben lässt - dies ist auch aus vielen Top-Score-Listen ersichtlich. QRP + Contest + 20 Meter = Funken rund um den Globus - auch im Minumum!

17 M

Wiederum ein Band, welches einem die DX-QSO's geradezu aufdrängt. Subjektiv habe ich den Eindruck es verhält sich wie 15M, nur es ist praktisch immer 'offen'. Das heißt, auch wenn 15M tot ist oder einfach schlecht geht - auf 17M geht es immer noch! Von allen WARC-Bändern ist dies das Band, welches den Länderstand (falls gewünscht) am rasantesten ansteigen lässt. Die relativ beherrschbaren Ausmaße der Antennen hat hier bereits zur Verbreitung von Richtantennen geführt. Dies erleichtert wiederum dem QRP'ler das Arbeiten von DX! Dieses Band hat sich bei vielen OM's zum Lieblingsband entwickelt.

15 M

Im Sonnenfleckenmaximum (und nur dann) ist dieses Band das bevorzugte DX-Band. Mit wenig Leistung und kleinen Antennen geht es praktisch rund um die Uhr. Anders sieht es im Minimum aus: Das Band bleibt hier oft völlig geschlossen, DX ist nur an einzelnen Tagen möglich. Hier ist auch bereits gelegentlich das Phänomen der Ausbreitung über die sporadische E-Schicht zu bemerken. Also zusammenfassend handelt es sich um ein Band, welches in den Jahren des wirklichen Minimums kaum - in den restlichen Jahren des Sonnenfleckenzyklus aber perfekt für DX-Verkehr nutzen lässt.

12 M

Dieses Band ist dem 10Meter-Band sehr ähnlich, in vielen Fällen wird aber hier noch Funkverkehr möglich sein und auf 10 Meter nicht. Das kann sich monatelang so Verhalten. Auf 12M gehts dann zuverlässig, auf 10M will und will es nicht gehen - was 4 Mhz so ausmachen können. Auch im Minimum ist hier wesentlich leichter mit Aktivität zu rechnen als auf dem höheren 10 Meter Band. Im Maximum sprudelt hier das DX gerade so herein, viele OM's haben einfach auf 10M schon fast alles abgegrast.

10M

Dies ist das legendäre DX-Band für Stationen mit kleinen Antennen und/oder kleinen Sendeleistungen. Während des Maximums ist dies ein zuverlässiges DX-Band. Am Morgen geht es Richtung Japan, am Nachmittag dann zuverlässig nach USA usw. Schwankungen sind nur entsprechenden der Sonnenaktivität zu erwarten. Diese Aktivität auf dem 10M-Band im Maximum verlagert natürlich auch die Aktivität weg von den Low-Bands. Also- im Maximum (kommt ja bald) alles arbeiten, was geht - die mehrjährige Pause kommt bestimmt.

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Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen

Kommt demnächst....

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, 12. Februar 2010 um 07:00 Uhr
 
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