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Geschrieben von: Günther Löbel   

Antennen für alle Fälle - eine Auswahl

Nachfolgend stelle ich meine persönlichen Favoriten für die jeweils gegebenen Umstände vor:

  • Man hat ein bißchen Platz und will nichts aufs Dach montieren (verbaute Umgebung) - die G5RV
  • Man hat die Möglichkeit für eine Stabantenne - am Dach oder ebenerdig bei freier Lage - die Multiband Vertikal
  • Man hat die Möglichkeit eine größere Antenne am Dach zu errichten - der klassische Beam
  • Man hat die Möglichkeit einen Gittermasten zu errichten - Beam + Sloper für die Low-Bands
  • Man hat keine der obigen Möglichkeiten, aber einen Balkon - ein kurzer Draht tuts auch
  • Man hat auch keinen Balkon - die Magnetantenne




Die G5RV - billig und flexibel QRV von 10 - 80 Meter


Diese Antenne ist eine meiner persönlichen Lieblingsantennen für (fast) alle 'Lebenslagen'. Sobald man ein bißchen Platz hat - wirklich nicht viel - sollte man diese Antenne probieren.

Sie ist sowohl im Handel sehr günstig zu erwerben, als auch selbst einfach herzustellen. Wichtig ist zu wissen, dass ein Antennentuner hier zwingend notwendig ist (einziger Nachteil, dafür ist man sehr flexibel).

Die Antenne besteht aus 2 x 15,6m Draht sowie 9,60m Zweidrahtleitung mit 300 Ohm. Am Ende der Zweidrahtleitung kann die Einspeisung mit 50 Ohm Koaxkabel beliebiger Länge erfolgen. Dieses wird dann am Tuner angeschlossen - fertig. Wird mit kleiner Leistung (bis 100 Watt) gearbeitet, kann man mit einem extrem dünnen Draht (z.B DX-Wire) diese Antenne nahezu unsichtbar installieren.



Logischerweise ist es auch für diese Antenne positiv, wenn sie hoch und frei hängt. Die Zweidrahtleitung sollte wenn geht vertikal aufgehängt werden, da sie auf einigen Bändern ebenfalls mitstrahlt.
Dies sind aber die Optimalvoraussetzungen.

Praktische Versuche haben gezeigt, daß man dieses 'Ding' kreuz und quer aufhängen kann, wie es sich eben gerade ausgeht. Manchmal liegt halt die Zweidrahtleitung im Shack oder sonstwo herum, mit dem Matcher geht es immer! Und zwar erprobterweise von 10 - 80M.

Man kann die Antenne auch auf 160M betreiben. Bei der Einspeisung kurzgeschlossen und dann noch eine passende Erde als Masse gesucht und am Einspeisepunkt angeschlossen. Auch schon erprobt, ging bei 5 Meter (!) Aufbauhöhe von SV9 bis 9A,hi. Aber innereuropäischer Verkehr ist so auch möglich.

Ansonsten besitzt man eine für alle Bänder DX-taugliche Antenne!






Bild: G5RV Urlaubsaufbau - immerhin Platz Nr. 1 in EA8 bei der IARU HF Championship in CW,hi

 


Die Multiband-Vertikal Antenne:


Diese Antenne ist aufgrund ihres geringen Platzbedarfes sehr beliebt.

Zu beachten ist, dass diese Antenne

  • am Boden montiert sehr frei stehen sollte
  • am Dach montiert nicht direkt neben einem anderen Mast (TV) stehen sollte.


Am Dach sowieso obligat kann auch ein ordentliches Radialnetz am Boden nicht schaden. Dies ist zusätzlich auch eine Abstimmhilfe. Hier sei auch erwähnt, dass der Abstimmvorgang durchaus einige Zeit beanspruchen kann, da sich ja fast alle Elemente gegenseitig beeinflussen. Also ein bißchen Geduld beim Aufbau mitbringen, früher oder später stellt sich der Erfolg ein.

Andere Modelle bieten ein System ohne Radials an, meiner Meinung nach ist aber ein gutes Radialnetz für die uns wichtige flache Abstrahlung ein Muss - es geht ja nicht nur um das Stehwellenverhältnis.

Zwei Modelle kenne ich persönlich gut und sind mit ihrer Länge von 7,5m auch leicht zu handhaben:

  • HF6V von Fa. Butternut (10,15,20,30,40,80M)
  • DX-88 von Fa. Hy-Gain (10-80M inkl. WARC)


Letzter ermöglichte das Erarbeiten des 5-B-DXCC, montiert auf dem Dach mit dem Standard-Radialsatz (nur 2 Stück je Band).


Butternut HF6V


Diese Antenne besticht meiner Meinung nach durch
  • geringes Gewicht
  • geringer Preis
  • keine Traps

Kann man also auf 12 und 17M verzichten, so würde ich diese Antenne wählen. Die Lösung für das 15M-Band erscheint auf Anhieb etwas merkwürdig, funktioniert aber bestens.

Da keine Traps das Gewicht im oberen Bereich anreichern ist diese Antenne jedem Sturm gewachsen - ohne Abspannung.

Die Abstimmung erfolgt am einfachsten, in dem man sich exakt an die Bedienungsanleitung hält (Zoll umrechnen) und sich anschließend durch Variieren der Luftspulen herantastet (Zeit lassen).

Auch hier gilt: so viele Radials wie möglich auslegen! Auch die Länge der Radials hat natürlich - wie bei jeder Groundplane Antenne - einen Einfluss auf die Resonanzen. Also wenn man mit der Spielerei direkt an der Antenne auf keinen grünen Zweig kommt - Radiallängen ändern!

Durch ihre Abmessungen ist sie optimal für 30 und 40 Meter geeignet und durchaus eine brauchbare DX-Antenne. Selbiges gilt eingeschränkt für 80 Meter, wobei man hier wie bei allen Multibandantenne geringer Länge mit einem kleinen Bereich, in dem die Antenne resonant ist, rechnen muss.

Hy-Gain DX-88

Aufbau
Diese Antenne habe ich selber am Home-QTH über einige Jahre betrieben und ich kann nur positives berichten. Sie ist mit ihren vielen Traps wirklich eine sehr gewichtige Sache. Der Aufbau erfolgte bei mir bequem in der Wohnung.

Die Antenne unterscheidet sich von der oben beschriebenen im Aufbau wesentlich. Man sollte es sich hier gemütlich machen und die vielen Teile in Ruhe zusammenbauen. Die Antenne ist wesentlich massiver gefertigt als das Modell von Butternut, dies schlägt sich natürlich im Gewicht (und im Preis) nieder.

Abgleich
Gewisse Bänder sind relativ weit oben am Strahler abzugleichen, bei aufgestellter Antenne demnach schwierig zu erreichen. Wenn möglich das Ding am Boden aufstellen und sich dort mit dem Abstimmen der einzelnen Bänder (immerhin 8 Bänder) beschäftigen. Die Veränderung zum Standort Dach war bei mir kaum spürbar. Verwendet wurde der Standard-Radial-Satz, der 2 Radials pro Band vorsieht. Die 80Meter-Radials mussten hierbei etwas in Kurvenform verlegt werden,hi.

Ansonsten haben sich die einmal eingestellten Resonanzen (wiederum: beim Abgleich Zeit lassen) dann über Jahre nicht verändert! Diese Antenne ist auch getrost - trotz ihrer Traps - mit 'ein wenig' Leistung zu belasten.

Betrieb
Die Antenne hat unabgespannt einen der stärksten Stürme (der eine Schneise durch den benachbarten Wald legte) tadellos überlebt. Lediglich eine gewisse Neigung zu der einen oder anderen Seite ist feststellbar. Hier wäre es möglich die zwei Resonanzrohre im unteren Bereich gegen das Hauptrohr mit isolierten Spreizern zu fixieren.

Meiner Erfahrung nach ist die Antenne auf 30 und 40 Meter eine Top-Antenne. Hier kann man auch durchaus in den Pile-Ups mitmischen. 80Meter ist aufgrund der geringen Länge eher ein Kompromiss, zu 100 DXCC-Ländern hat es trotzdem gereicht.

Super ist die Tatsache, dass man sich um Antenne oder Abstimmung nicht kümmern muss. Band am Transceiver umgeschaltet und man kann senden. Bei spärlichen Platzverhältnissen ist diese Antenne ein treuer Begleiter für viele Jahre!


 



Fortsetzung folgt...

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 12. Februar 2010 um 07:04 Uhr
 
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